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Das perfekte Literaturverzeichnis – 7 häufige Fehler vermeiden

Das Zitieren und die Erstellung des Literaturverzeichnisses gehören zu den Grundlagen jeder wissenschaftlichen Arbeit. Dabei gibt es bestimmte formale Regeln (z.B. alphabetische Reihung bei der Harvard-Zitierweise, Vollständigkeit, Einheitlichkeit, manchmal ein bestimmter Zitationsstil), denen das Literaturverzeichnis folgen muss. Andernfalls kann der Eindruck entstehen, dass die Arbeit nicht sorgfältig erstellt wurde und Fehler im Literaturverzeichnis führen fast immer zu einer schlechteren Bewertung der Arbeit. Nachfolgend stelle ich 7 häufige Fehler und ihre Vermeidung in Literaturverzeichnissen vor.

1. Nicht-alphabetische Ordnung der Einträge im Literaturverzeichnis

Dieser Punkt trifft v.a. auf die Verwendung der Harvard-Zitierweise zu, bei der Quellen direkt durch Angabe des Nachnamens der Autor:in und des Jahres (also z.B. Müller 2021) im Text zitiert werden. Hier gilt: Die Quellen im Literaturverzeichnis sollen alphabetisch nach den Nachnamen der Erstautoren (und ggf. dem Erscheinungsjahr, wenn es mehrere Quellen eines Autors gibt) geordnet sein. Bei der Endnoten-Zitierweise, bei der stattdessen nur eine Zahl [1] im Text erscheint, ist es anderes: Hier wird das Literaturverzeichnis meist nach der Reihenfolge der zitieren Quellen im Text geordnet, was auch durch die entsprechende Nummerierung vor jedem Eintrag im Literaturverzeichnis deutlich gemacht wird.

2. Im Text zitierte Quellen erscheinen nicht im Literaturverzeichnis und umgekehrt

Jede Quelle, die im Text zitiert wird, muss als Eintrag im Literaturverzeichnis erscheinen. Und jeder Eintrag im Literaturverzeichnis muss auch zu einer entsprechenden Zitation im Text gehören. Solche Fehler entstehen häufig, wenn du entweder nicht direkt beim Schreiben und Zitieren das Literaturverzeichnis erstellst oder bei der Überarbeitung des Textes beim Löschen von Zitationen nicht darauf achtest, auch wieder die entsprechenden Einträge aus dem Literaturverzeichnis zu löschen. Die Verwendung von einem Literaturverwaltungsprogramm kann dir dabei helfen, solche Fehler zu vermeiden. Aber Achtung: Das ersetzt nicht die Überprüfung durch dich vor Abgabe der Arbeit!

3. Inkonsistenzen im Literaturverzeichnis

Leider fallen der korrigierenden Person mit großer Wahrscheinlichkeit alle Inkonsistenzen im Literaturverzeichnis auf den ersten Blick auf. Das betrifft unter anderem die Verwendung unterschiedlicher Zitationsstile. Hier geht es z.B. um die Frage, wie Einträge im Literaturverzeichnis formatiert sind – ob z.B. immer die gleichen Satzzeichen an der richtige Stelle verwendet sind (z.B. Punkt vs Doppelpunkt) oder etwas Kursivformatierungen (z.B. Journalnamen sind ggf. durchgängig kursiv geschrieben) einheitlich verwendet werden.

Auch sollten Autorennamen immer einheitlich geschrieben werden (also entweder den Vornamen immer ausschreiben oder immer abkürzen; Achtung: Vorgaben des jeweiligen Zitationsstils beachten!).

Dasselbe gilt für das Abkürzen bzw. Ausschreiben von Journalnamen. Entweder das eine, oder das andere – die Mischung wird als Fehler gewertet. Die beiden letztgenannten Probleme entstehen häufig, wenn du Einträge in Literaturverwaltungsprogramme ohne weitere Prüfung übernimmst und sie dann bereits dort uneinheitlich hinterlegt sind. Auch hier gilt: Garbage In, Garbage Out. Prüfe also am Ende immer selbst einmal das Literaturverzeichnis auf seine Konsistenz!

4. Unvollständige Einträge im Literaturverzeichnis

Eng verwandt mit dem Fehler der Inkonsistenz sind auch unvollständige Einträge im Literaturverzeichnis. Hiermit ist z.B. gemeint, dass bei einem Eintrag die Jahreszahl, bei einem Zeitschriftenbeitrag die Seitenzahl oder bei einer Webseite das Abrufdatum vergessen wird. Jede „Literaturart“ (z.B. Buch vs. Webseite) benötigt dabei etwas andere Angaben. Auch das fällt sofort auf und du kannst diese Fehler durch sorgfältiges Korrekturlesen einfach vermeiden.

5. Doppelte Einträge im Literaturverzeichnis

Auch wenn eine Quelle im Text mehrfach zitiert wird, ist nur ein entsprechender Eintrag im Literaturverzeichnis nötig. Dopplungen solltest du auf jeden Fall vermeiden. Manchmal entstehen sie auch durch Rechtschreibfehler bzw. leicht unterschiedlich geschrieben Autorennamen (z.B. Maertens vs. Märtens). Auch hier hilft dir aufmerksames Korrekturlesen. Es gibt nur eine einzige Ausnahme: Du zitierst aus einem Buch, von dem es mehrere, an den zitierten Stellen inhaltlich tatsächlich unterschiedliche Auflagen gibt. Dieser Fall dürfte jedoch sehr selten eintreten.

6. Rechtschreibfehler im Literaturverzeichnis

Dieser häufig zu findende Fehler ist fast selbsterklärend – achte darauf, sowohl Autor:innennamen, Beitragstitel und Zeitschriftennamen richtig zu schreiben, so wie auch der Rest der Arbeit eine korrekte Rechtschreibung erfordert. Auch die richtige Groß- und Kleinschreibung in Orientierung an der Originalquelle sollte im Literaturverzeichnis betrachtet werden.

7. Falscher Zitationsstil im Literaturverzeichnis

Manche Professuren und Betreuer:innen der Arbeit wünschen sich die Verwendung eines bestimmten Zitationsstils, der z.B. häufig auf der Institutsseite zu finden ist. Du solltest in diesem Fall den gewünschten Zitationsstil auf jeden Fall durchgängig in Arbeit und Literaturverzeichnis nutzen.

Fazit

Das perfekte Literaturverzeichnis ist meist eine notwendige Voraussetzung für eine sehr gute Benotung deiner wissenschaftlichen Arbeit. Fehler sind hier zum Glück wirklich einfach zu vermeiden und verschlechtern deine Note unnötig. Nimm dir daher ausreichend Zeit, um das Literaturverzeichnis vor Abgabe sehr sorgfältig zu prüfen. Mir hilft es immer, dies nicht am Computer, sondern auf einem Papierausdruck zu tun.

Und: Verlasse dich bitte nicht zu stark auf ein Literaturverwaltungsprogramm! Die Nutzung ist in jedem Fall sehr sinnvoll. Aber da das Programm jeden dort einmal hinterlegten Fehler (z.B. falsch geschriebener Zeitschriftenname) bei den Eintragungen ins Literaturverzeichnis einfach überträgt, solltest du hier auf jeden Fall selbst noch einmal prüfend und ggf. korrigierend tätig werden. Denn am Ende zählt nur die Darstellung in deinem fertigen Literaturverzeichnis!

FAQ

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Zitieren

Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten – denn es gibt keinen eindeutigen Richtwert. Die Anzahl der Quellen in einer wissenschaftlichen Arbeit ist sowohl von deinem Thema und der damit verbunden Quellenlage als auch der Art deiner Arbeit abhängig. An eine erste Seminararbeit werden z.B. vermutlich andere Anforderungen als eine Dissertation gestellt. Und zu einem neuen Forschungsthema kann weniger zitiert werden als zu einem „Klassiker“. Außerdem gibt es noch Unterschiede zwischen Fachdisziplinen.

Als groben Richtwert kannst du aber heranziehen: Pro geschriebener Textseite sollte es im Literaturverzeichnis mindestens zwei Quellen geben. Bei 20 Seiten Text also 40 Quellen.

Wichtig: Das heißt nicht, dass du pro Textseite genau zwei Quellen zitieren sollst. Häufig werden dies auch mehr als zwei Quellen pro Seite sein, z.B. wenn du verschiedene Definitionen zu einem Thema darlegst. Andere Seiten haben vielleicht weniger im Literaturverzeichnis zitierte Quellen – z.B. wenn du die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung präsentierst.

Behalte bei der Auswahl der Quellen auch ihre Qualität im Auge. Welche Quelle ist z.B. besonders einschlägig für ein Thema, welche Quelle möchtest du wirklich für ein wichtiges Argument in einem wissenschaftlichen Diskurs zitieren, oder welche Quelle wurde in einer hochrangigen Zeitschrift veröffentlicht?

Erkundige dich ggf. auch, ob es von Seiten deiner Universität oder der Betreuungsperson deiner Arbeit hier Vorgaben gibt.

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Es kann zwei Gründe geben, warum ein Zeitschriftenbeitrag keine Seitenzahlen hat.

  1. Der Zeitschriftenbeitrag ist nur online erschienen und daher keine Seitenzahlen, die fortlaufend in einer gedruckten Zeitschrift erscheinen würden. Zitiere daher einfach die Seiten des pdf. Wenn der gesamte Beitrag z.B. 15 Seiten umfasst, wird dies im Literaturverzeichnis „S. 1-15“.
  2. Der Zeitschriftenbeitrag ist noch nicht gedruckt und nur online verfügbar. In diesem Fall kannst du statt der Seitenzahlen einfach „im Druck“ oder „in press“ (Englisch) schreiben, also z.B.:

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Allgemein gilt:

Prüfe zunächst, ob es Vorgaben von der Betreuer:in deiner Arbeit oder dem entsprechenden Fachgebiet der Hochschule gibt (z.B. auf der entsprechenden Webseite oder in den allgemeinen Informationen zum Seminar). Falls nicht, kann auch deine Literaturrecherche darüber Aufschluss geben, welche Zitationsweise in deiner Disziplin üblich ist.

Ein Blick in bisherige Veröffentlichungen der Betreuer:in kann ebenfalls hilfreich sein.

Im Zweifel hilft auch eine kurze Nachfrage, um sicher zu gehen!


Generell sind zwei grundlegende Entscheidungen beim Zitieren wichtig:

1. Zitierweise: Im Text (Harvard) vs. Fußnoten?

Sollen Literaturverweise direkt im Text eingefügt werden (Müller 2020) (auch Harvard-Ziterweise genannt) oder in einer Fußnote1 angegeben werden?

1 Müller 2020: Beispiel. Beispielverlag: Beispielort.

2. Welcher Zitationsstil?

Es gibt eine Vielzahl von Zitationsstilen. Diese geben vor, wie Literaturverweise im Text eingefügt und das Literaturverzeichnis formatiert werden sollen.

Beispiele für verschiedene Zitationsstile für Literaturverweise im Text: (Müller 2020) vs. (Müller; 2020) vs. (Müller, 2020)

Häufig wird der Zitationsstil von der Betreuer:in deiner Arbeit oder dem Publikationsmedium, in dem die Arbeit veröffentlicht werden soll, vorgegeben. Falls nicht, kannst du dich für einen gängigen Zitationsstil entscheiden oder einen eigenen entwerfen. Ich empfehle die Nutzung eines bestehenden Zitationsstils, weil es hier oft Vorlagen für Literaturverwaltungsprogramme gibt. Gängige Zitationsstile sind auch disziplinabhängig, weit verbreitet ist allerdings der Zitationsstil der APA (APA: American Psychological Association).

Wichtig: Nutze die gewählte Zitierweise und den Zitationsstil durchgängig und einheitlich in der gesamten Arbeit!

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