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10-Punkte Checkliste: Endredaktion wissenschaftliche Arbeit

Im Idealfall hast du rechtzeitig – d.h. ein bis zwei Wochen vor Abgabe der Arbeit – eine erste Endversion erstellt. Das ist sehr hilfreich, da du die verbleibende Zeit dann dafür nutzen kannst, um nochmal Abstand zum Text zu gewinnen. Oft fallen dir beim zweiten Lesen schwer verständliche Stellen, unlogische bzw. schlecht aufeinander aufbauende Argumentationen oder inhaltliche Lücken ist Auge, die du so noch korrigieren kannst. Empfehlenswert ist auch, die Arbeit anderen Personen zur Prüfung auf Rechtschreibung, Grammatik und Verständlichkeit zu geben. Auch wenn dieser letzte Schritt noch mal einen zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet, kann er Flüchtigkeitsfehler aufdecken, die sonst zu einer schlechteren Bewertung deiner Arbeit führen würden.

Achtung: Zu diesem Zeitpunkt solltest du angesichts der nahenden Deadline nicht mehr den grundlegenden Aufbau der Arbeit in Frage stellen, sondern dich auf das Finetuning konzentrieren!

Nachfolgend stelle ich die wichtigsten Schritte der Endredaktion dar. Eine entsprechende kompakte Checkliste kannst du dir hier herunter laden:

1. Abgabemodalitäten in Erfahrung bringen

Mit diesem Punkt solltest du dich wirklich rechtzeitig beschäftige, damit du die entsprechenden Schritt einplanen kannst. Es ist z.B. äußerst ungünstig, wenn du zehn Minuten vor der Abgabefrist realisierst, dass deine Arbeit bis zu diesem Zeitpunkt per Post im Sekretariat der Professorin hätte eingehen sollen…

Kläre daher rechtzeitig folgende Fragen:

  • Wann ist die genaue Deadline für die Abgabe? Zählt etwa bei einer Abgabe per Post das Versanddatum oder der Eingang bei der Universität?
  • Wo muss die Arbeit abgegeben werden, z.B. digital und/oder physisch? Muss eine physische Abgabe persönlich oder per Post erfolgen?
  • Wie muss die Arbeit abgegeben werden, z.B. als pdf oder Ausdruck? Wie viele ausgedruckte Exemplare sind ggf. nötig und müssen sie gebunden sein?

2. Text straffen und Überflüssiges streichen

Häufig enthält ein Text nach dem ersten Schreiben noch überflüssige Wiederholungen und Füllwörter. All das kann gestrichen werden und hilft dir, das Seitenlimit der Arbeit einzuhalten. Außerdem erhöht eine Textstraffung oft die Prägnanz, Aussagekraft und Verständlichkeit deines Textes.

3. Text mehrfach selbst lesen und Fehlerquellen aufdecken

Durch mehrfaches eigenes Lesen des Textes – am besten mit etwas Abstand, kannst du häufig selbst Fehlerquellen aufdecken und korrigieren. Dies betrifft sowohl den Inhalt des Textes als auch Formales, Rechtschreibung, Grammatik und das korrekte Einhalten der Zitationsregeln. Wenn du die automatische Silbentrennung deines Textverarbeitungsprogramms (z.B. Microsoft Word) nutzt, solltest du auch hier darauf achten, dass keine Fehler entstanden sind. Mir hilft es, einen Text dabei nicht am Computer, sondern als Papierausdruck zu lesen. Dabei werden ggf. auch Fehler aufgedeckt, die im Druck entstehen können (z.B. unpassende Seitengröße, Abbildungen mit zu niedriger Auflösung).

4. Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik und Verständlichkeit durch dritte Person prüfen lassen

Externen Personen fallen oft Schwächen in Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik auf, für die man selbst betriebsblind ist. Obwohl der Inhalt im Zentrum der wissenschaftlichen Arbeit steht, fließen auch die eben genannten Aspekte in die Bewertung ein. Darüber hinaus können sie den oder die Lesende auch zu unbewussten Schlüssen über die sorgfältige Erstellung und Qualität der restlichen Arbeit verleiten. Solltest du wissen, dass dir diese Aspekte schwer fallen: Lass die Arbeit unbedingt von einer weiteren Person lesen, die hier sicher ist! Dabei kann diese gerne auch fachfremde Person gleichzeitig die Verständlichkeit der Arbeit mit in den Blick nehmen. Denn auch wenn der oder die Korrigierende das Thema der Arbeit kennt, liest er oder sie deine Argumente zum ersten Mal und sollte ihnen beim ersten Lesen problemlos folgen können.

Zum Lesen der Arbeit kommen Kommiliton:innen, Freund:innen und Familienmitglieder in Frage. Auch der Einbezug eines professionellen Lektorats ist möglich. Allerdings sollte hier vorab mit dem oder der Betreuer:in der Arbeit geklärt werden, ob dies als Hilfsmittel erlaubt ist.

5. Einhaltung der Formatvorgaben prüfen

Im Regelfall veröffentlicht das Institut oder die Professur, an der du deine Arbeit einreichst, Formatvorgaben für wissenschaftliche Arbeiten. Diese können Elemente wie z.B. die Gestaltung des Deckblatts, die Breite der Seitenränder, die Schriftart, den Zeilenabstand, die Nummerierung von Verzeichnissen, die Länge der Arbeit und den verwendeten Zitationsstil betreffen.

Das Einhalten der Formatvorgaben ist im Regelfall überhaupt nicht schwierig. Allerdings fällt eine Verletzung der Formatvorgaben sofort in den Blick und ist ein formales Beurteilungskriterium deiner Arbeit. Hier solltest du also auf keinen Fall Potential zum Erreichen einer sehr guten Note verschenken!

6. Stimmigkeit von Zitationen und Literaturverzeichnis prüfen

Die korrekte Zitation von Quellen ist ein Kernstück wissenschaftlicher Arbeiten. Du solltest daher unbedingt folgende Punkte überprüfen:

  1. Hast du den Zitationsstil konsistent verwendet, d.h. sind sowohl die Zitate im Text als auch die Einträge im Literaturverzeichnis einheitlich formatiert? Sind überall alle erforderlichen Informationen enthalten? Damit meine ich, dass z.B. bei allen Zitationen von Zeitschriftenbeiträgen die Seitenzahlen angegeben sind.
  2. Hast du alle notwendigen Quellen auch wirklich in den Text eingefügt, sodass nicht unbeabsichtigt ein Plagiat entsteht?
  3. Erscheinen alle von dir im Text zitierten Quellen im Literaturverzeichnis?
  4. Werden alle Quellen, die im Literaturverzeichnis erscheinen, auch im Text zitiert?

Literaturverwaltungsprogramme sind sehr hilfreich beim Zitieren und Erstellen von Literaturverzeichnissen und können dich hier sehr unterstützen. Aber Achtung: Fehlende Informationen bei der Eingabe (z.B. fehlende Seitenzahlen für einen Zeitschriftenbeitrag) kann auch das beste Programm nicht kompensieren. Auch werden z.B. Fehler bei der Schreibweise von Autor:innenamen einfach 1:1 in deine Arbeit übernommen. Du solltest daher das von einem Literaturverwaltungsprogramm erstellte Literaturverzeichnis in jedem Fall noch mal selbst prüfen!

Hinweise zur Vermeidung von sieben häufigen Fehlern in Literaturverzeichnissen gibt es übrigens hier.

7. Richtige Nummerierung aller Verzeichnisse prüfen

Inhalts-, Tabellen- und Abbildungsverzeichnis können im Normalfall mit deinem Textverarbeitungsprogramm erstellt werden. Du solltest jedoch noch mal vor Abgabe prüfen, ob die Nummerierung hier konsistent ist und die Seitenzahlen, auf die verwiesen wird, aktuell sind. In Microsoft Word geht dies z.B. über die Funktion „Felder aktualisieren„. Trotzdem solltest du auch noch mal selbst nachschauen, ob alles korrekt ist und dich nicht zu sehr auf das Programm verlassen.

Dasselbe gilt für die passende Beschriftung von Abbildungen und Tabellen. Achte auch hier auf eine lückenlose und konsistente Nummerierung.

8. Richtige Nummerierung von End- und Fußnoten prüfen

Auch hier solltest du überprüfen, ob die Reihenfolge der Nummerierung noch zutrifft und ob wirklich jede Markierung im Text eine entsprechende End- oder Fußnote aufweist. Außerdem kannst du hier noch mal auf passende Seitenumbrüche innerhalb von Fußnoten achten (Fußnoten über mehrere Seiten behindern den Lesefluss).

9. Farbige Markierungen und Markierungen im Überarbeitungsmodus entfernen

Stelle vor der Abgabe unbedingt sicher, dass deine Arbeit keine farbigen Markierungen oder Kommentare oder andere Markierungen des Überarbeitungsmodus mehr enthält. Klingt einfach? Ist es auch, wenn man sich vorher noch mal genau anschaut, was man abgibt. Ich habe aber schon einige ziemlich „bunte“ Arbeiten bekommen…

Überprüfe dies daher auf jeden Fall noch mal in einer ausgedruckten Version und/oder dem pdf, das du abgeben möchtest!

10. Ehrenwörtliche Erklärung einfügen und unterschreiben

Hurra, fast geschafft! Stelle jetzt noch sicher, dass die Arbeit eine ehrenwörtliche Erklärung enthält und du sie auch unterschrieben hast. In der ehrenwörtlichen Erklärung gibst du normalerweise an, dass du die Arbeit selbst erstellt hast, keine unerlaubten Hilfsmittel verwendet hast und die Arbeit noch keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegen hat. Vorlagen finden sich im Regelfall auf der Seite des Instituts oder in der Prüfungsordnung.

FAQ

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Formales

Nein, das Deckblatt einer wissenschaftlichen Arbeit hat in der Regel keine Seitenzahl. Die Verwendung von Seitenzahlen beginnt erst auf der nächsten Seite, die normalerweise das Inhaltsverzeichnis ist. Dabei kann die Konvention bestehen, römische Zahlen (I, II, III…) für das Inhalts- und Literaturverzeichnis zu verwenden und arabische Zahlen (1,2,3…) für den eigentlichen Text der Arbeit (Einleitung, Hauptteil, Schluss).

Tipp: Eine Anleitung, wie man im Textverarbeitungsprogramm Microsoft Word ein Deckblatt ohne Seitenzahl erstellt, gibt es hier.

Schlagwort: Seitenzahlen

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Normalerweise darf eine wissenschaftliche Arbeit ein bestimmtes Seiten- oder Wortlimit nicht überschreiten. Vorgaben hierzu findest du entweder in der Prüfungsordnung deiner Fakultät oder in den Informationen des oder der Betreuer:in.

Ein Unterschreiten des Seiten- oder Wortlimits zieht normalerweise nicht automatisch eine schlechtere Bewertung nach sich. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn du deine Argumente in einer klaren und knappen Weise formuliert. Aber Achtung: Wenn deine Arbeit das Seiten- oder Wortlimit um mehr als 10 Prozent unterschreitet, fehlen erfahrungsgemäß wichtige Teile und Ausführungen der Arbeit (z.B. ein Methodenteil in einer empirischen Arbeit). Dies wirkt sich auf den Inhalt der Arbeit aus, wobei ein fehlender Inhalt zu einer schlechteren Bewertung führen kann.

Schlagwort: Umfang

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Normalerweise darf eine wissenschaftliche Arbeit ein bestimmtes Seiten- oder Wortlimit nicht überschreiten. Vorgaben hierzu findest du entweder in der Prüfungsordnung deiner Fakultät oder in den Informationen des oder der Betreuer:in.

Es ist sehr empfehlenswert, sich an diese Vorgaben zu erhalten, da ein Überschreiten normalerweise zum Notenabzug führt. Jede:r Betreuer:in handhabt dies etwas anders, aber häufig gilt: Eine Überschreitung von 10 Prozent wird toleriert, danach wird die Arbeit schlechter bewertet.

Schlagwort: Umfang

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Zitieren

Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten – denn es gibt keinen eindeutigen Richtwert. Die Anzahl der Quellen in einer wissenschaftlichen Arbeit ist sowohl von deinem Thema und der damit verbunden Quellenlage als auch der Art deiner Arbeit abhängig. An eine erste Seminararbeit werden z.B. vermutlich andere Anforderungen als eine Dissertation gestellt. Und zu einem neuen Forschungsthema kann weniger zitiert werden als zu einem „Klassiker“. Außerdem gibt es noch Unterschiede zwischen Fachdisziplinen.

Als groben Richtwert kannst du aber heranziehen: Pro geschriebener Textseite sollte es im Literaturverzeichnis mindestens zwei Quellen geben. Bei 20 Seiten Text also 40 Quellen.

Wichtig: Das heißt nicht, dass du pro Textseite genau zwei Quellen zitieren sollst. Häufig werden dies auch mehr als zwei Quellen pro Seite sein, z.B. wenn du verschiedene Definitionen zu einem Thema darlegst. Andere Seiten haben vielleicht weniger im Literaturverzeichnis zitierte Quellen – z.B. wenn du die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung präsentierst.

Behalte bei der Auswahl der Quellen auch ihre Qualität im Auge. Welche Quelle ist z.B. besonders einschlägig für ein Thema, welche Quelle möchtest du wirklich für ein wichtiges Argument in einem wissenschaftlichen Diskurs zitieren, oder welche Quelle wurde in einer hochrangigen Zeitschrift veröffentlicht?

Erkundige dich ggf. auch, ob es von Seiten deiner Universität oder der Betreuungsperson deiner Arbeit hier Vorgaben gibt.

Schlagwort: Literaturverzeichnis

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Es kann zwei Gründe geben, warum ein Zeitschriftenbeitrag keine Seitenzahlen hat.

  1. Der Zeitschriftenbeitrag ist nur online erschienen und daher keine Seitenzahlen, die fortlaufend in einer gedruckten Zeitschrift erscheinen würden. Zitiere daher einfach die Seiten des pdf. Wenn der gesamte Beitrag z.B. 15 Seiten umfasst, wird dies im Literaturverzeichnis „S. 1-15“.
  2. Der Zeitschriftenbeitrag ist noch nicht gedruckt und nur online verfügbar. In diesem Fall kannst du statt der Seitenzahlen einfach „im Druck“ oder „in press“ (Englisch) schreiben, also z.B.:

Schlagwort: Zitieren

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Allgemein gilt:

Prüfe zunächst, ob es Vorgaben von der Betreuer:in deiner Arbeit oder dem entsprechenden Fachgebiet der Hochschule gibt (z.B. auf der entsprechenden Webseite oder in den allgemeinen Informationen zum Seminar). Falls nicht, kann auch deine Literaturrecherche darüber Aufschluss geben, welche Zitationsweise in deiner Disziplin üblich ist.

Ein Blick in bisherige Veröffentlichungen der Betreuer:in kann ebenfalls hilfreich sein.

Im Zweifel hilft auch eine kurze Nachfrage, um sicher zu gehen!


Generell sind zwei grundlegende Entscheidungen beim Zitieren wichtig:

1. Zitierweise: Im Text (Harvard) vs. Fußnoten?

Sollen Literaturverweise direkt im Text eingefügt werden (Müller 2020) (auch Harvard-Ziterweise genannt) oder in einer Fußnote1 angegeben werden?

1 Müller 2020: Beispiel. Beispielverlag: Beispielort.

2. Welcher Zitationsstil?

Es gibt eine Vielzahl von Zitationsstilen. Diese geben vor, wie Literaturverweise im Text eingefügt und das Literaturverzeichnis formatiert werden sollen.

Beispiele für verschiedene Zitationsstile für Literaturverweise im Text: (Müller 2020) vs. (Müller; 2020) vs. (Müller, 2020)

Häufig wird der Zitationsstil von der Betreuer:in deiner Arbeit oder dem Publikationsmedium, in dem die Arbeit veröffentlicht werden soll, vorgegeben. Falls nicht, kannst du dich für einen gängigen Zitationsstil entscheiden oder einen eigenen entwerfen. Ich empfehle die Nutzung eines bestehenden Zitationsstils, weil es hier oft Vorlagen für Literaturverwaltungsprogramme gibt. Gängige Zitationsstile sind auch disziplinabhängig, weit verbreitet ist allerdings der Zitationsstil der APA (APA: American Psychological Association).

Wichtig: Nutze die gewählte Zitierweise und den Zitationsstil durchgängig und einheitlich in der gesamten Arbeit!

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